Frauen denken

Frauen denken.

Zu viel.
Zu viele Stunden am Tag
beschäftigen sie sich damit,
was Mann nicht so mag:
Schmuck, Ohrenstäbchen, Wattepads,
Sorglos-Tees und Make-Up-Sets,
Schuhe, schwarz, pink, mit und ohne
Absatz, dass es sich auch lohne
noch dazu gerüschte Bänder
um die Füße zu betonen,
Kettchen, Perlen für die Ohren,
Ringe, Stecker immer rein
in die Löcher, Bauch und Nase
soll doch alles ganz hübsch sein
sorgfältig zusammgesucht
damit Frau auch gut betucht
auf die Straße gehen kann
und ihn sieht den nächsten Mann:

Statt einfach zu lächeln und zu strahlen
will sie sich ihr Bild nun malen.
Sieht ihn einmal nur da vorn
und schon ist ihr Plan vollkommen:
Gut sieht er ja aus der Kerl
der ihr dort entgegenläuft
in seinem schwarzen Mantel
seinen dunklen Gucchi-Schuhn
bei deren Anblick nun
sie sich durch ihre Haare fährt
in Gedanken schon mit ihm
in den Flitterwochen ist
und sich auf ihn zubewegt.

Ja das ist er
nur ein Blick und sie weiß es ganz genau:
dieser Mann gehört zu mir
und braucht keine andre Frau.
Zwanzig Kinder solln es sein
mit seinem Geld sogar noch mehr.
Das Haus, die Villa dort am Meer
mit ihm, perfekt, gestriegelt und gegelt
freut sie sich schon
während er ihr jetzt fast gegenüber steht.
Und während sie in ihrem Denken
immer weiter Zukunft sieht
sich und ihn schon längst verliebt
bis über beide Ohren
hört sie die Motoren nicht,
die nun immer näher kommen
und ihr die nächste Pfütze ungehindert
ins makellos Gesicht befördern.

So steht sie nun nass wie ein Fisch
sieht ihm ins grinsende Gesicht
und denkt bei sich deutlich und klar
das wars mit den Flitterwochen na wunderbar.

Der Mann geht weiter seiner Wege
dreht sich nicht noch einmal um.
Ihr ganzes morgentliches Tun
um ihr Schönheit zu verschönern
scheint zerronnen in der Pfütze,
die nun ihr Gesicht umhüllt.
Und so sucht sie ihren leisen Trost
hinter der nächsten Ecke schon
geht in das Kaufhaus stur hinein
und lässt sich zwischen Schuhe fallen.

Schuhe nun die sind wie Freunde.
Hören zu und lassen sie,
wenn sie denn möchte
einfach nur ganz sacht in Ruh,
noch allein so in Gedanken,
die schon beim nächsten Mannsbild sind,
der dort ihr so gegenüber
grad nen Gucchi anprobiert.

10.2.07 18:08

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL