Trööööööt

"Deutschland! Deutschland!" "Trööööööööt...trööötötöt" "54-74-90-2006" "lalala"

Zugegeben als die Weltmeisterschaft anfing, dachte ich nur, wie ich das schaffen soll. Lauter seltsame, bunte Menschen, denen ich begegnete in der Stadt. Tröten, Fahnen, Schreie, Rufe und lauthalse Gesänge. Selbst als ich dachte "Ja jetzt versuche ich meine Freunde zu finden und drängel mich in die Massen", machte mir das Schicksal des Anti-Fußballs einen Strich durch die Rechnung. So kam dann kurz vorm Einlass ein junges Mädchen auf mich zu, lallte mich an, während ich ihren wunderbar frischen Atem zu Geruch bekam, und schrie schon leicht neben der Spur" Hey...sach mal...*schwips*...sch.. mal...hier Wein...*glucks*..Wein nicht mit rein...trinken?...*ups*"
Und in diesem Moment zwischen den ziemlich unvollständigen Wortfragmenten kippte sie den Wein vor meinen Füßen aus, natürlich nicht ohne meine weiße Hose zu verfehlen, die eh schon von kleineren Grasflecken übersäht war.
So kehrte ich also um, warf einen letzten Blick in die Menge, in der meine Freunde verschwunden waren und setze mich stillschweigend zu den Tauben der Stadt.

Soviel zu meiner ersten Fast-Fußballerfahrung beim Leinwand-Eröffnungsspiel von Deutschland.
Inzwischen jedoch kann ich ganz gut damit umgehen, dass ich nicht mehr mit meinem Superrrad durch die Stadt fahren kann und auch, dass es dort keine ruhige taubenglucksende Stille mehr gibt.
So langsam sehe ich auch wirklich einige Spiele mehr, die nicht nur Deutschland betreffen und beginne die Euphorie zu verstehen.

Aber am besten ist immer noch meine Oma, die bei jedem Tor lauthals aufschreit und selbst nachts zum Boxkampf aufsteht um auch nichts zu verpassen.
Welch Sportbegeisterung in solch einem hohen Alter.
Da werd ich wohl nie hinkommen...

27.6.06 19:55

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