Dienstag, 6. Juni 2006

Vorhin stand ich am Fenster.

Dunkle Wolken zogen von fern heran und hielten mich in Faszination gefangen als sie dann schließlich mit ihrer gewaltigen Aura über mir entlangzogen.
Hagel strömte aus ihnen hervor wie kleine Abkömmlinge, die den Charakter des Dunklen verbreiten wollen. Laut ließen sie sich auf meinem Fensterbrett nieder während ich einfach nur still dort stand und dieses Spektakel genoss in all meinen Atemzügen.
Blitz und Donner ergänzten das Spiel, das die Natur begonnen hatte. Die Äste der Bäume unter mir erzitterten und wehten im Sturm. So groß sie sich auch sonst über den kleinen Dingen der Welt erhoben, so klein wirkten sie unter der riesigen, dunklen Wolkenschicht und dem Donner, der die Luft erfüllte.

In mir tobte auch ein Sturm, ein Strudel der Gefühle, der mit dem Unwetter draußen vergleichbar war. Gefühle, mit denen sich Menschen im Laufe ihres Lebens ständig befassen, und die sie nie loslassen.

Und dann ist dort Licht am Horizont. Die gefährlichen und dennoch wunderschön faszinierenden, dunklen Wolken ziehen über mich hinweg, hinterlassen eine weiße Spur der Hagelkörner und begeben sich auf ihrem Weg weiter in jene unbekannte Richtung, die niemand orten kann.
Und wiedereinmal wird mir klar, dass in jedem Gefühl, in jeder Angst, in jedem Leben ein Sinn verborgen ist. Nur dass es an mir liegt, ihn zu finden.

Welch göttliche Suche...

6.6.06 16:27

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


antje (24.9.06 17:56)
Diese Naturschauspiele sind immer faszinierend... und wenn man ihnen zuschaut merkt man, dass man eigentlich nur ganz klein ist...