Stopp den Todeszug

Ich hab wirklich gerade aus meinem Nebenzimmer eine Fernsehvorschau gehört, die mit der tiefen Stimme eines Moderators als "Stopp den Todeszug" angesagt wurde. Manchmal wundert es mich schon, welch seltsame Filme sich Menschen anschauen, mit seltsamen Titeln, Ideen und Inhalten.
Als ich das letzte Mal im Kino war (und das ist noch nicht lange her), kam doch tatsächlich eine Vorschau für einen Film, der die Ereignisse des 11. September verarbeitet.
Was machen Menschen denn nur alles um Aufmerksamkeit und Ruhm zu erlangen?

Sollte der Mensch nicht glücklich sein, mit dem, was er hat und sich nur in jene Richtung weiterentwickeln, die auch förderlich ist?

Aber vielleicht denke ich nur wieder zu engstirnig und sollte eigentlich froh darüber sein, dass alle Menschen verschieden sind und somit die Welt als Welt interessant bleibt.

Erhört

Wenn ich rede, erzähle ich über mich, über meinen Tag, meine Gedanken, meine Ideen.
Und dennoch bleibt immer ein Teil in mir verborgen, den nur ich kenne. Nicht meine engsten Freunde oder meine Familie sind in der Lage diesen Abschnitt meiner Seele in mir zu sehen.
Oft schon habe ich mir die Frage gestellt, ob ich es mir wünschen würde, dass Menschen, denen ich vertraue eben diesen Teil in mir sehen und fühlen könnten?
Doch dann erscheinen Zweifel auf der Bildfläche.
Kann ich diesem Menschen wirklich vertrauen?
Geht ein Stück von der Jana, die ich jetzt bin verloren, wenn ich mich komplett offenbare?
Muss nicht jeder Mensch ein Geheimnis in sich tragen um interessant zu bleiben?

Doch warum habe ich dann so sehr das Bedürfnis danach zu reden und gehört zu werden?

Zeit...

Zeit, sie rast an mir vorbei
in die helle Ewigkeit.
Zeit, die stärker noch erscheint
als der Jugend Torenheit.

Zeit, die langsam vorwärts kriecht
wie die Schleimspur einer Schnecke.
Zeit, die vorsichtig erkundet
jede neue Einbahnstrecke.

Zeit, die niemals ganz vergeht
im Winde der Gezeiten,
sich von Mensch zu Mensch bewegt
sie alle zu begleiten.

Dienstag, 6. Juni 2006

Vorhin stand ich am Fenster.

Dunkle Wolken zogen von fern heran und hielten mich in Faszination gefangen als sie dann schließlich mit ihrer gewaltigen Aura über mir entlangzogen.
Hagel strömte aus ihnen hervor wie kleine Abkömmlinge, die den Charakter des Dunklen verbreiten wollen. Laut ließen sie sich auf meinem Fensterbrett nieder während ich einfach nur still dort stand und dieses Spektakel genoss in all meinen Atemzügen.
Blitz und Donner ergänzten das Spiel, das die Natur begonnen hatte. Die Äste der Bäume unter mir erzitterten und wehten im Sturm. So groß sie sich auch sonst über den kleinen Dingen der Welt erhoben, so klein wirkten sie unter der riesigen, dunklen Wolkenschicht und dem Donner, der die Luft erfüllte.

In mir tobte auch ein Sturm, ein Strudel der Gefühle, der mit dem Unwetter draußen vergleichbar war. Gefühle, mit denen sich Menschen im Laufe ihres Lebens ständig befassen, und die sie nie loslassen.

Und dann ist dort Licht am Horizont. Die gefährlichen und dennoch wunderschön faszinierenden, dunklen Wolken ziehen über mich hinweg, hinterlassen eine weiße Spur der Hagelkörner und begeben sich auf ihrem Weg weiter in jene unbekannte Richtung, die niemand orten kann.
Und wiedereinmal wird mir klar, dass in jedem Gefühl, in jeder Angst, in jedem Leben ein Sinn verborgen ist. Nur dass es an mir liegt, ihn zu finden.

Welch göttliche Suche...

Keimzeit-Nonkonversation

"Die Erde ist keine Scheibe, nur verbunden durch eine Drachenschnur mit dem Mond.
Weißt du, wach sein, bedeutet nicht, große Pupillen zu haben oder Nüstern, die sich beim zartesten Geruch wölben wie junge Schirmpilze.
Wach ist, wer sich fühlt wie ein aus der Scheide gezogenes Schwert, bereit, die Drachenschnur zu kappen, falls es klar ist, dass der Mond entführt wird."

Nachts durch die Stadt

Heute früh so um 3 Uhr bin ich durch Leipzigs Innenstadt gelaufen. Ich kam von einem kleinen Konzert, auf dem ich gesungen habe und war noch in eben dieser leicht melancholischen doch glücklichen Atmosphäre gefangen als ich durch die Straßen schlenderte. Ich habe verschiedene Gesprächsfetzen von vorbeigehenden Menschen aufgefangen, manche darüber redend, wie sie den Abend am Besten abschließen könnten, manche Menschen, an der Ecke stehend, vertieft in Sätze, die gerade noch lallend als Sätze erkennbar waren und nur andeuteten zu wem es nach Hause gehen soll und manche einsame Seelen, die einfach die Straße entlang liefen mit genau dem gleichen Blick wie meinem: dem Blick, der sagt: "Hey ich sehe hier gerade eine unglaubliche Mischung von Menschen und höre ihren Gedanken zu".
Und ich dachte in diesen Momenten nur, wie schön diese Seelen sind, dass sie sich doch alle derart gleichen.

Freitag, 2. Juni 2006

Heute habe ich also zum ersten Mal in meinem Leben einen Blog angelegt. Ich weiß nicht, ob sich jemand für diese Seite interessieren wird oder was mich hier erwartet, aber es scheint eine kleine Erfüllung zu sein, scheinbar private Dinge öffentlich zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht finden sich ja Menschen, denen es ähnlich geht, Menschen, die ähnliche Gedankenausbrüche haben wie ich.

eine Minute

Eine Minute gleicht einer Stunde, wenn das Warten auf einen wunderschönen Augenblick sich scheinbar ewig erstreckt.

Eine Minute gleicht einer Sekunde, wenn dieser wunderschöne Augenblick dann viel zu schnell in die Dichte der Großstadt verschwindet.

Eine Minute gleicht einer Ewigkeit, wenn der Augenblick in die Erinnerung zurückkehrt und dich dort gefangen hält mit Ketten aus zarter Melancholie.